1. Der Anfang des Exodus (2.Mose 1:1–7)

2. Mose beginnt mit der Übersiedlung Josefs, seines Vaters und seiner Brüder nach Ägypten, insgesamt siebzig Angehörige. Im Lauf mehrerer Generationen wuchs aus dieser Familie ein ganzes Volk heran. Interessant ist dabei, dass in Vers 6 der Tod und in Vers 7 das Gedeihen genannt werden. Damit zeigt sich: Was Menschen beginnen, kann vergehen – Gottes Verheißungen aber bleiben unverlierbar und werden treu erfüllt. Selbst wenn wir sie vergessen oder nicht wahrnehmen, führt Gott sein Wort unfehlbar zum Ziel.

1,6 Josef und alle seine Brüder und die ganze damalige Generation starben.
Josefs Leben war von dramatischen Wendungen geprägt: als Träumer in die Sklaverei versetzt, stieg er nach dreizehn Jahren zum Wesir Ägyptens auf und rettete das Land vor der siebenjährigen Hungersnot. Doch Josef, sein Vater Jakob und alle, die einst mitgezogen waren, verließen diese Welt, und mit ihnen gingen Neid, Verleumdung, Feindschaft und Herrlichkeit im Wüstensand verloren. Auch unser Leben ist ein Wechselspiel von Freude und Leid – alles Irdische vergeht.

1,7 Die Israeliten aber wurden fruchtbar, vermehrten sich und wurden stark; sie erfüllten das Land.
Im Rückblick auf Gen 48 segnet Jakob, kurz vor seinem Tod, seinen Sohn Josef mit den Worten: „Ich will dich mehren und zahlreich machen, dass Völker sich von dir ableiten und dieses Land deinem Samen zum ewigen Erbe gegeben werden“ (Gen 48,4). Diese Verheißung, die schon bei Abraham begann und in Bethel erneuert wurde, erfüllte sich, auch wenn weder Jakob noch Josef sie selbst erlebten. Aus dem bescheidenen Stammguts Jakob entstand eine starke Nation – Beweis dafür, dass Gottes Worte nicht vergeblich bleiben.

Auch in meinem Leben bestätigte sich diese Wahrheit immer wieder. Als Jugendlicher habe ich mir jedes für mich bedeutende Bibelwort mit Datum notiert, um es später wiederzufinden. Die Bibel selbst ist zwar verschwunden, doch Gottes Zusagen begleiteten mich treu durch alle Lebensphasen. Dreizehn Jahre nach meiner eigenen Bekehrung fanden meine Eltern beim Gemeindewochenende zum Glauben. Siebzehn Jahre nach der Vision in Jesaja trat ich die Mission in Deutschland an, obwohl ich mir das nie hätte vorstellen können. Seither hat mich Gott durch scheinbar Unmögliches geführt und mir immer wieder Zeugnisse seiner Treue geschenkt.

Wie in 2. Mose 1,6–7 bleibt auch heute gültig: Die Menschen vergehen, Gottes Verheißungen aber wachsen und erfüllen sich. Wir, die wir an diesen Verheißungen teilhaben dürfen (Eph 3,6), sind Zeugen seines unerschütterlichen Wortes und leben im Lobpreis seiner großen Treue.

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